Veterinäre wegen Tierquälerei im Bad Iburger Schlachthof vor Gericht

(dpa/ SW) Weil sie als amtliche Kontrolleure zwar von massiven Tierquälereien auf einem Schlachthof gewusst haben sollen, aber nichts dagegen unternommen haben, müssen sich zwei Tierärzte vor Gericht verantworten. Die Verhandlung am Amtsgericht Bad Iburg bei Osnabrück ist für heute Vormittag angesetzt. Im Herbst 2018 wurden heimlich aufgenommene Videoaufnahmen aus einem Schlachthof in Bad Iburg veröffentlicht, die massive Tierschutzverstöße zeigten: Alte und kranke Rinder, die nicht mehr gehen konnten, wurden mit Seilen von Transportanhängern gezogen. Teils wurden die Tiere mit Elektroschockern gequält – die gefilmten Beweismittel zogen umfangreiche Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nach sich. In dem Verfahrenskomplex gegen Landwirte, Lastwagenfahrer und Schlachthofmitarbeiter wurden bereits zahlreiche Urteile gesprochen. So waren im vergangenen August der frühere Geschäftsführer und zwei Mitarbeiter zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Die Gerichtsverhandlung gegen die beiden Veterinäre ist das bislang letzte Verfahren in dem Komplex. Der Schlachthof wurde kurz nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe vom Landkreis geschlossen.